Metabolisches Syndrom

Was ist das Metabolische Syndrom?

Bis heute ist keine wirklich einheitliche Definition des Metabolischen Syndroms bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht von einem solchen, wenn bei einem Menschen gleichzeitig eine abdominale Adipositas, Insulinresistenz (Folge: Diabetes mellitus Typ 2), Bluthochdruck und eine Fettstoffwechselstörung vorliegen. Die Aussagen anderer Organisationen wie die des National Cholesterol Education Program, Adult Treatment Panel III (NCEP ATP III) und der International Diabetes Federation (IDF) weichen nur geringfügig davon ab.
Durch den sich durch die Globalisierung immer weiter ausbreitenden „westlichen Lebensstil“ ist das Metabolische Syndrom, das auch unter dem Namen Syndrom X bekannt ist, zu einem weltweiten Gesundheitsproblem geworden. Es wird gemeinhin davon ausgegangen, dass eine Erkrankung vor allem bei einer langfristig zu hohen Kalorienzufuhr bei zu niedriger körperlicher Aktivität zu erwarten ist, wodurch in manchen Zusammenhängen auch von sogenannten „Wohlstandserkrankungen“ die Rede ist.
Adipositas, Insulinresistenz, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen können natürlich auch einzeln auftreten. Um einen Überblick über die Ursachen, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten der einzelnen Erkrankungen zu erhalten, schau dir gerne hier alle Details an:
Jede Krankheit wirkt sich bereits negativ auf die Lebenserwartung und -qualität aus. Häufig gehen Folgeerkrankungen wie Atherosklerose/Arteriosklerose, Gelenksbeschwerden und Herz-Kreislauf-Probleme bei Nichtbehandlung damit einher. Die Prävalenz der Krankheiten auch die der Kombination, also des Metabolischen Syndroms, ist stetig ansteigend. Auch unter Kindern und Jugendlichen tritt dieser pathologische Zustand immer häufiger auf.

Ursachen

Wie bereits kurz erwähnt, liegt die Ursache für die Erkrankung am Metabolischen Syndrom vor allem in einer anhaltend positiven Kalorienbilanz. Von dieser wird gesprochen, wenn unterm Strich mehr Kalorien über die Nahrung aufgenommen als durch körperliche Aktivität verbrannt werden. Genetische Faktoren sowie verschiedene Vorerkrankungen können ebenfalls einen Einfluss auf die Entstehung nehmen, der Lebensstil macht hier jedoch den deutlich größeren Anteil aus.

Diagnose

Bei der Diagnose spielt zum einen eine Ernährungsanamnese eine entscheidende Rolle. Mithilfe von Ernährungsprotokollen und verschiedenen Fragebögen können so Rückschlüsse auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten aber auch auf die Lebensumstände der Patient:innen, beispielsweise das soziale und berufliche Umfeld, gezogen werden.
Der Body-Mass-Index (BMI) und der Taillenumfang sind Mittel zur Feststellung einer vorliegenden Adipositas, eine eventuelle Insulinresistenz und Fettstoffwechselstörung lassen sich durch die Untersuchung des Bluts feststellen. Die Grenzwerte der International Diabetes Federation (IDF) zur Feststellung eines Metabolischen Syndroms haben wir in der folgenden Tabelle festgehalten:
Abdominelle Adipositas
Abdominelle Adipositas ≥ 80cm Taillenumfang Frauen
≥ 94cm Taillenumfang Männer
Plus zwei der folgenden Faktoren
Triglyceride ≥ 150mg/dl bzw. eingeleitete Therapie
HDL-Cholesterin ≤ 50mg/dl Frauen
≤ 40mg/dl Männer
Blutdruck ≥ 130mmHg systolisch oder
≥ 85mmHg diastolisch bzw. eingeleitet Therapie
Nüchternglukose ≥ 100mg/dl oder bekannter Diabetes Typ 2

Behandlung

Eine Behandlung der verschiedenen Krankheiten ist prinzipiell mit verschiedenen Medikamenten möglich. In der Regel steht aber eine Veränderung des Lebensstils im Vordergrund, die zur erfolgreichen Bekämpfung der meist ernährungs(mit)bedingten Krankheiten unverzichtbar ist. Eine Reduzierung der Kalorienzufuhr gepaart mit einer erhöhten körperlichen Aktivität lässt die Symptome häufig bereits in kurzer Zeit zurückgehen.
Beim Metabolischen Syndrom spielt jedoch gerade die Prävention eine entscheidende Rolle. Eine Vermeidung des Auftretens ist häufig leichter als eine Behandlung bei tatsächlichem Bestehen. Hierbei ist eine rechtzeitige Aufklärung natürlich notwendig. Eine Umstellung der Lebensgewohnheiten ist jedoch bei der Prävention genauso wichtig wie bei der Behandlung. Manche Studien ergaben sogar, dass die Veranlagung für diese Erkrankung bereits im Mutterleib manifestiert wird und die Prävention demnach bereits durch die Mutter während der Schwangerschaft geschehen sollte.
Neben dem Verzicht auf Nikotin und Alkohol und einer erhöhten Bewegung (empfohlen werden 30 Minuten moderate Bewegung wie z.B. Spazierengehen an 5 Tagen in der Woche) hat natürlich vor allem die Ernährung den wirksamsten Einfluss.

Ernährung

Die richtige Ernährungsweise beim Metabolischem Syndrom ist abhängig von den dominierenden Grunderkrankungen. Zu diesen stellen wir dir auf den folgenden Seiten umfangreiche Informationen und Empfehlungen zu einer geeigneten Ernährung bereit:

Quellen

  • Saklayen, M. G. (2018). The Global Epidemic of the Metabolic Syndrome. Current Hypertension Reports, 20(2), 12.
  • Hahn, S. (2009). Das Metabolische Syndrom. Ernährungs Umschau 4/09. 230-238.
  • Metabolisches_Syndrom-DGE-Leitlinie Kohlenhydratzufuhr und Prävention des Metabolischen Syndroms
  • Pressemitteilung der International Diabetes Federation, 14. April 2005; www.idf.org