Die richtige Ernährung bei Gicht und Hyperurikämie

Gicht ist eine Störung des Harnsäurestoffwechsels und gilt als Volkskrankheit, die sich vor allem in schmerzenden Gelenken äußert. Sie entsteht durch einen deutlich zu hohen Harnsäurespiegel, einer so genannten Hyperurikämie, bei der sich aus der überschüssigen Harnsäure Kristalle bilden, die sich in den Gelenken einlagern und dort Schmerzen und andere Entzündungserscheinungen hervorrufen können. Einen Überblick über die Ursachen, Symptome und Diagnosemöglichkeiten einer Gicht Erkrankung haben wir hier für dich zusammengestellt.

Vollkosternährung

Das Auftreten einer Gicht ist in den meisten Fällen auf eine ungünstige Ernährungsweise zurückzuführen, weshalb eine Umstellung der Essgewohnheiten einer der wirksamsten und schonendsten Wege der Behandlung, sowohl bei akuten Gichtanfällen als auch bei chronischer Gicht, darstellt. Bei dieser Erkrankung sind grundsätzlich erst einmal sämtliche Vollkostformen geeignet.

Purinzufuhr einschränken als erster Schritt zum Erfolg

Von besonderer Wichtigkeit ist es jedoch die Zufuhr purinreicher Lebensmittel einzuschränken, um so der Ablagerung von Harnsäurekristallen und den damit einhergehenden gesundheitlichen Einschränkungen entgegenzuwirken. Purine, die über die Nahrung aufgenommen werden oder durch den Abbau körpereigener Zellen entstehen, werden im Körper zu Harnsäure verstoffwechselt. Mit einer passenden Ernährungsumstellung und der damit einhergehenden Wahl von Lebensmitteln mit geringem Purinanteil kann demnach eine dauerhafte Senkung des Harnsäurespiegels erreicht werden. Unter „purinarmer Kost“ wird eine maximale Purinaufnahme von 170 mg pro Tag verstanden, was der Entstehung von etwa 400 mg Harnsäure entspricht. Besonders gut geeignet sind für diese Ernährungsweise der Großteil der Gemüsesorten, Obst, Blattsalate, Vollkorngetreide, Kartoffeln, Milch und Eier. Als purinreiche Lebensmittel gelten bei-spielsweise Fleisch, Wurst und Fisch aber auch Hülsenfrüchte, Spinat, Kohl oder Blumenkohl. Es ist also ratsam diese Nahrungsmittelgruppen seltener und nur in kleinen Portionsgrößen zu verzehren. Innereien, Haut und Schalentiere enthalten von allen die höchsten Puringehalte und sollten bei einer Gicht Erkrankung daher vollständig gemieden werden.

Die Wahl der richtigen Getränke

Auch auf die Getränke sollte bei dieser Form der Ernährungsumstellung geachtet werden. Vor allem Alkohol beeinflusst den Harnsäurestoffwechsel gleich doppelt. Zum einen hemmt er die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren und stimuliert zum anderen gleichzeitig die Harnsäurebildung in der Leber, was in der Folge zu einem ansteigenden Harnsäurespiegel führt. Das gilt insbesondere für Bier, das neben den negativen Auswirkungen auf den Harnsäurestoffwechsel zusätzlich selbst viele Purine enthält. Auch auf alkoholfreies Bier sollte weitestgehend verzichtet werden, da auch dieses reich an Purinen ist (ca. 20mg pro 100ml) und sich ebenfalls, unabhängig vom Alkoholgehalt, negativ auf die Harnsäurekonzentration auswirkt. Darüber hinaus sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (> 2L pro Tag) in Form von Wasser, ungesüßten Tee oder mit Mineralwasser verdünnte Fruchtsaftschorlen (Verhältnis 3:1) geachtet werden. Ein gesunder Flüssigkeitshaushalt fördert die Harnsäureausscheidung und nimmt so einen positiven Einfluss auf die Konzentration im Blut. Gegenteilig verhält es sich mit süßen Getränken wie Limonade, Eistee und Softdrinks. Auf diese sollte aufgrund des hohen Gehalts an zugesetztem (Frucht-) Zucker verzichtet werden, da dieser die Ausscheidung von Harnsäure hemmt.

Checkliste zur gesunden Ernährung bei Gicht

  • Purinzufuhr auf < 170 mg pro Tag reduzieren
  • Verzicht auf alkoholische und gezuckerte Getränke
  • Flüssigkeitszufuhr auf > 2L pro Tag erhöhen

Außerdem:

  • BMI zwischen 18,5 und 25 anstreben

Was Treat it für mich tun kann?

Wir wissen natürlich, dass es schwierig sein kann zu beurteilen wie viel Purine über die Nahrung aufgenommen werden und wie viel Harnsäure dadurch entsteht. Außerdem möchten wir, dass du frei und unbesorgt genießen kannst ohne verunsichert zu sein oder dich ständig krank zu fühlen. Eine Veränderung ist niemals ganz leicht. Deshalb übernehmen wir die Planung für dich und haben für dich Gerichte zusammengestellt, die perfekt auf deinen Bedarf ausgerichtet sind. Dabei halten wir uns zu 100% an die Vorgaben der Leitlinie „Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP)“. Diese wissenschaftlich basierte Leitlinie ist unter Zusammenarbeit der auf diesem Gebiet führenden Fachgesellschaften wie zum Beispiel der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM) oder dem Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner e. V. (BDEM) entstanden. Zu jedem Gericht bekommst du eine Rezeptkarte, die neben kinderleichten Anleitungen auch spannende Informationen zu einzelnen Nährstoffen enthält. Wir informieren dich über Kohlenhydrate, Proteine, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und alles andere, was du für eine nachhaltig gesunde Ernährung wissen musst. Zusätzlich achten wir auf die relevantesten Themen bei Gicht:

  • Purine und Harnsäure
  • Zucker, Insulin, Glykämischer Index und Glykämische Last
  • Ballaststoffe
  • Omega-3 und 6- Fettsäuren, Lipoproteine

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Quellen

  • Informationen der Deutschen Gicht-Liga e.V. Abgerufen am 10. Dezember 2020 https://www.gichtliga.de/home.html
  • Engel, B., Just, J., Bleckwenn, M., & Weckbecker, K. (2017). Therapieoptionen bei Gicht. Deutsches Ärzteblatt, 10.
  • Hauner, H., Beyer-Reiners, E., Bischoff, G., Breidenassel, C., Ferschke, M., Gebhardt, A., Holzapfel, C., Lambeck, A., Meteling-Eeken, M., Paul, C., Rubin, D., Schütz, T., Volkert, D., Wechsler, J., Wolfram, G., & Adam, O. (2019). Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP). Aktuelle Ernährungsmedizin, 44(06), 384–419.

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