Die richtige Ernährung bei Fettstoffwechselstörung / Dyslipoproteinämien

Eine Fettstoffwechselstörung beschreibt eine auffällige Veränderung, meist Erhöhung der Blutfettwerte. Zu diesen zählt sowohl das Cholesterin als auch die Triglyceride. Auch die so genannten Lipoproteine spielen hierbei eine Rolle, da sie dafür zuständig sind, Fette und fettähnliche Substanzen durch das Blut zu transportieren. Was genau diese Begriffe beschreiben, wie eine solche Störung entsteht und diagnostiziert wird, kannst du hier noch einmal genau nachlesen. Ein Einsatz von Medikamenten ist häufig nicht notwendig, wenn es zu ein paar Veränderungen im Lebensstil, besonders bei der Ernährung, kommt.

Vollkosternährung

Bei einer Fettstoffwechselstörung wird die sogenannte Vollkost empfohlen. Diese stellt die Versorgung mit den energieliefernden Makronährstoffen Fett, Kohlenhydrate und Proteine in einem ausgewogenen Verhältnis sicher. Zusätzlich liefert die in großen Teilen pflanzlich basierte Ernährungsweise ein optimales Fettsäuremuster sowie ausreichend Mikronährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe und sorgt zusätzlich für eine ausreichende Aufnahme an Ballaststoffen.

Gewichtsverlust als erster Schritt zum Erfolg

Häufig geht eine Störung des Fettstoffwechsels mit einem Übergewicht einher. In diesem Fall steht die Gewichtsnormalisierung, also das Erreichen eines Body-Mass-Index (BMI) zwischen 18,5 bis 25 im Vordergrund. Der BMI errechnet sich aus dem Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat (Bsp.: 75 kg / 1,75m²). Für eine Gewichtsabnahme ist ein sogenanntes Kaloriendefizit erforderlich. Von einem solchen wird gesprochen, wenn mehr Kalorien verbrannt als aufgenommen werden. Ein Verzehr von Lebensmitteln mit niedriger Kaloriendichte und eine Steigerung der alltäglichen körperlichen Aktivität sorgen für eine erfolgsversprechende Bilanz. Nur der Gewichtsverlust allein führt dabei bereits zu einer deutlichen Verbesserung der Blutfettwerte, insbesondere denen der Triglyceride.

Auf die richtigen Fette kommt es an

Um erhöhten Blutfettwerten entgegen zu wirken, sind bei der Ernährung vor allem die Art und das Verhältnis der aufgenommenen Nahrungsfette ausschlaggebend. Nahrungsfette werden unterteilt in gesättigte Fettsäuren, einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Transfettsäuren. Von besonderer Wichtigkeit ist es die Aufnahme von gesättigten und Transfettsäuren einzuschränken und durch ungesättigte Fettsäuren einzutauschen.
Gesättigte Fettsäuren führen zu einem deutlichen Anstieg des „schlechten“ LDL (low-density-lipoprotein)-Cholesterins und wirken sich zusätzlich negativ auf die Triglyceridkonzentration aus. Bei einer bestehenden Fettstoffwechselstörung wird empfohlen, dass die Aufnahme dieser etwa 7% der täglich aufgenommenen Energiemenge nicht überschreiten sollte. 1 g Fett liefert in etwa 9 kcal. Bei einem Energiebedarf von 2000 kcal/Tag zum Beispiel sollten also maximal 16 g gesättigte Fettsäuren aufgenommen werden (140 kcal (7%) : 9 kcal/g Fett ≈ 16g). Gesättigte Fettsäuren kommen dabei hauptsächlich in tierischen oder stark verarbeiteten Lebensmitteln vor. Den genauen Anteil in einem Lebensmittel kannst du ganz einfach der Nährwerttabelle auf der jeweiligen Verpackung entnehmen. Die Angabe ist in Deutschland Pflicht und muss somit in der Nährwerttabelle eines jeden vorverpackten Lebensmittels zu finden sein.
Auch die Aufnahme an Transfettsäuren sollte bei einer Fettstoffwechselstörung, wie bereits erwähnt, in den Fokus geraten. Transfettsäuren kommen in der Natur so gut wie gar nicht vor, sind aber aufgrund ihrer Eigenschaft die Lagerfähigkeit von Lebensmitten erhöhen zu können insbesondere in Fertigprodukten, Fast Food, Tiefkühlkost, Fertigsoßen und verschiedenen Margarinen zu finden. Transfettsäuren wie sie zum einen in industriell verarbeiteten Lebensmitteln und zum anderen in Lebensmitteln von Wiederkäuern vorkommen, haben einen besonders ungünstigen Effekt auf die Blutfettwerte. Sie erhöhen die LDL-Konzentration und erniedrigen gleichzeitig die HDL (high-density-lipoprotein)-Konzentration, was das Verhältnis von LDL zu HDL deutlich verschlechtert. Aus diesem Grund wird empfohlen die Aufnahme von Transfettsäuren auf < 1% der täglich aufgenommenen Energiemenge zu beschränken.
Stattdessen sollten vermehrt einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren in die tägliche Nahrungsmittelauswahl integriert werden. Ungesättigte Fettsäuren senken das LDL-Cholesterin, wenn sie anstelle von gesättigten Fettsäuren aufgenommen werden. Gleichzeitig kommt es zu einem Anstieg des „guten“ HDL-Cholesterins, wodurch ein besseres Verhältnis zwischen LDL und HDL erreicht werden kann. Nur durch einen geringen Mehrkonsum von einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Austausch gegen gesättigte Fettsäuren werden zusätzlich die Triglyceride gesenkt und ein positiver Effekt auf das Herz-Kreislauf-Risiko erzielt.
Die wichtigste einfach ungesättigte Fettsäure in unserer Ernährung ist dabei die Ölsäure, welche beispielsweise reichlich in Oliven- und Rapsöl enthalten ist. Bei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind hingegen die Omega-3-Fettsäuren Alpha-Linolensäure (ALA), Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) sowie die Omega-6-Fettsäure Linolsäure (LA) essentiell, was bedeutet, dass diese Fettsäuren über die Nahrung aufgenommen werden müssen, da der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Geeignete Lebensmittel, um eine ausreichende Zufuhr an ungesättigten Fettsäuren sicherzustellen, sind Samen wie Chia- und Leinsamen, ungesalzene naturbelassene Nüsse wie Walnüsse oder Haselnüsse, Kerne wie Sonnenblumen- oder Kürbiskerne sowie einige pflanzenbasierte Öle. Vor allem Olivenöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl, Walnussöl, Sojaöl, Hanföl, Traubenkernöl oder Distelöl eignen sich besonders gut. Die enthaltenen so genannten sekundären Pflanzenstoffe der Öle wirken sich zusätzlich senkend auf die LDL Konzentration aus.
Um eine ausreichende Zufuhr der mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA zu gewährleisten, sollten mindestens zwei Fischmalzeiten (Lachs, Makrele, Hering, Sardine) pro Woche in die Ernährungsgewohnheiten integriert werden. Auf tierische Fette wie Butter oder Schmalz sollte möglichst ganz verzichtet werden.

Kohlenhydrate und ihre Auswirkung auf die Blutfette

Auch die Art der aufgenommenen Kohlenhydrate spielen bei einer Fettstoffwechselstörung eine entscheidende Rolle. Hierbei ist es besonders wichtig die Zufuhr von freiem Zucker einzuschränken (< 10%), da diese sich ungünstig auf den Spiegel der Triglyceride auswirken. Mit freien Zuckern sind Mono- und Disaccharide (Einfach- und Zweifachzucker) gemeint, die einem Lebensmittel zugesetzt werden sowie Zuckerarten, die in Honig, Sirupen, Fruchtsaftkonzentraten und Fruchtsäften natürlich vorkommen. Mono- und Disaccharide, welche natürlicherweise in intaktem Obst und Gemüse sowie Milch und Milchprodukten vorkommen, fallen nicht unter diese Definition.
Optimal geeignete, kohlenhydratreiche Lebensmittel sind unter anderem Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorngetreide. Diese liefern nicht nur langanhaltend und gleichmäßig Energie, sondern enthalten zusätzlich wertvolle Ballaststoffe. Ballaststoffe verzögern die Magenentleerung und sorgen für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl. Zusätzlich fördern sie die Gallensekretion und damit die Ausscheidung von Cholesterol, was zu einer Absenkung der Gesamtcholesterinkonzentration sowie der LDL-Konzentration führt. Darüber hinaus dienen sie als Nährsubstrat für nützliche Bakterien im Darm, die eine gesunde Darmflora bedingen. Um das volle gesundheitliche Potential einer ballaststoffreichen Ernährung zu nutzen, wird empfohlen mindestens 30 g Ballaststoffe am Tag aufzunehmen.

Was gilt es zusätzlich zu beachten

Ein weiterer ernährungsrelevanter Aspekt ist eine Begrenzung der Cholesterinzufuhr (< 300 mg pro Tag) über die Nahrung. Im Normalfall hält der Körper die Cholesterinwerte im Gleichgewicht, indem er die Eigensynthese auf eine höher ausfallende Aufnahme mit der Nahrung anpasst. Diese Mechanismen laufen bei einer bestehenden Fettstoffwechselstörung häufig allerdings nicht mehr optimal ab, weshalb auf eine verminderte Aufnahme geachtet werden sollte. Cholesterinreiche Lebensmittel wie zum Beispiel fettes Fleisch und Wurstwaren, vollfette Milchprodukte wie Butter, Schlagsahne und Käse oder auch Fertiggerichte wie Fast Food, Pizza, Süßspeisen, Kuchen oder Gebäck sollten entsprechend seltener verzehrt werden.
Außerdem sollte der Alkoholkonsum stark reduziert werden, da dieser die Triglyceridkonzentration negativ beeinflusst. Zusätzlich dazu ist es ratsam langsam zu essen und gut zu kauen. Die Speichelenzyme im Mund spalten dabei effektiv die Mehrfachzucker und leisten so bereits einen großen Teil der Verdauungsarbeit. Außerdem tritt früher ein Sättigungsgefühl ein, was in der Regel dazu führt, dass kleinere Mahlzeiten verzehrt werden.

Die Checkliste zur gesunden Ernährung bei einer Fettstoffwechselstörung sieht also folgendermaßen aus:

  • Aufnahme gesättigter Fettsäure auf < 7% der Gesamtenergiemenge reduzieren
  • Aufnahme von Transfettsäuren auf < 1% der Gesamtenergiemenge reduzieren
  • Aufnahme von einfach- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren erhöhen
  • Aufnahme freie Zucker auf < 10% der Gesamtenergiemenge reduzieren
  • Ballaststoffaufnahme auf > 30g pro Tag erhöhen
  • Alkoholverzicht
Außerdem:
  • BMI zwischen 18,5 und 25 anstreben
  • Regelmäßige Bewegung (mind. 30 Minuten an 4 - 5 Tagen in der Woche)
  • Langsam essen und gut kauen

Was Treat it für mich tun kann?

Wir wissen natürlich, dass es schwierig sein kann zu beurteilen wie die Zusammensetzung eines Lebensmittels ist, welche Fettsäuren enthalten sind oder wie viel freier Zucker in Lebensmitteln vorkommt. Außerdem möchten wir, dass du frei und unbesorgt genießen kannst ohne verunsichert zu sein, dich regelmäßig krank zu fühlen oder dir ständig Gedanken über dein Essen machen zu müssen.
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  • Omega-3 und 6- Fettsäuren, Lipoproteine
  • Zucker, Insulin, Glykämischer Index und Glykämische Last
  • Ballaststoffe
  • Purine und Harnsäure
  • Lebensmittelverpackungen verstehen

Quellen

  • 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias: lipid modification to reduce cardiovascular risk The Task Force for the management of dyslipidaemias of the European Society of Cardiology (ESC) and European Atherosclerosis Society (EAS)
  • Hauner, H., Beyer-Reiners, E., Bischoff, G., Breidenassel, C., Ferschke, M., Gebhardt, A., Holzapfel, C., Lambeck, A., Meteling-Eeken, M., Paul, C., Rubin, D., Schütz, T., Volkert, D., Wechsler, J., Wolfram, G., & Adam, O. (2019). Leitfaden Ernährungstherapie in Klinik und Praxis (LEKuP). Aktuelle Ernährungsmedizin, 44(06), 384–419.
  • Konsensuspapier der Deutschen-Adipositas-Gesellschaft e.V. (DAG), der Deutschen Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE): Quantitative Empfehlung zu Zuckerzufuhr in Deutschland
  • Ernährungsmedizin; Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer, 5. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage 2017
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